Erasmus+ beinhaltet keine Krankenversicherung
Erasmus+ zahlt dir €470–€520 monatlich. Eine Krankenversicherung ist da nicht dabei. Deine EHIC deckt Notfälle und notwendige Behandlungen in öffentlichen Krankenhäusern ab. Sie deckt keinen Krankenrücktransport, keinen Zahnersatz, keine Privatärzte und keine reguläre Psychotherapie. Eine Zusatzversicherung, die diese Lücken schließt, kostet €15–€40/Monat. Über 1,2 Millionen Studierende nehmen jährlich an Erasmus+ teil. Die meisten denken, sie sind versichert. Sind sie nicht — zumindest nicht vollständig.
Dieser Guide erklärt, was Erasmus wirklich bietet, was deine EHIC nicht abdeckt, welche Versicherungsregeln in den 7 beliebtesten Erasmus-Ländern gelten und welche Zusatzversicherung du brauchst.
Was Erasmus+ tatsächlich bietet
Erasmus+ ist das Mobilitätsprogramm der EU. Die EACEA (Europäische Exekutivagentur für Bildung und Kultur) verwaltet es im Auftrag der Europäischen Kommission. Das bekommst du — und das bekommst du nicht.
Was der Erasmus-Zuschuss abdeckt
- Ein monatliches Stipendium: €520/Monat für Ländergruppe 1 (Deutschland, Frankreich, Niederlande, Skandinavien, Italien, Irland) und €470/Monat für Ländergruppe 2 und 3 (Spanien, Portugal, Polen, Tschechien, Griechenland, Türkei)
- Akademische Koordination zwischen Heimat- und Gastuniversität
- Studiengebührenbefreiung an der Gasthochschule
Was Erasmus+ NICHT abdeckt
- Krankenversicherung — nicht enthalten, nicht organisiert, nicht bezuschusst
- Rücktransportversicherung — nicht enthalten
- Haftpflichtversicherung — nicht enthalten
- Reiseversicherung — nicht enthalten
Die EACEA verlangt mindestens €30.000 Krankenversicherungsschutz plus Rücktransport, Unfall- und Haftpflichtversicherung. Aber die EACEA stellt diese Versicherung nicht bereit. Du musst dich selbst darum kümmern.
Was die EHIC während Erasmus abdeckt
Bist du in einem EU-/EWR-Land versichert, hast du eine EHIC (Europäische Krankenversicherungskarte). Sie ist kostenlos und gibt dir Zugang zu öffentlicher Gesundheitsversorgung in allen 27 EU-Mitgliedstaaten plus Island, Liechtenstein, Norwegen und Schweiz.
Die EHIC deckt ab:
- Notfallbehandlung in öffentlichen Krankenhäusern
- Medizinisch notwendige Behandlung, die nicht warten kann
- Laufende Behandlung chronischer Erkrankungen (Diabetes, Asthma)
- Rezeptpflichtige Medikamente zu lokalen Preisen
- Schwangerschaftsvorsorge
Das Prinzip „gleiche Kosten wie Einheimische”
Deine EHIC berechtigt dich zu Gesundheitsversorgung zu den gleichen Konditionen wie Einheimische. In manchen Ländern ist das kostenlos. In anderen zahlst du Eigenanteile:
| Land | Was du mit EHIC zahlst |
|---|---|
| Deutschland | Nichts für die meiste ambulante Versorgung |
| Frankreich | 30 % der Kosten (Sécurité Sociale übernimmt 70 %) |
| Spanien | Nichts für öffentliche Gesundheitsversorgung |
| Schweden | SEK 250–400 (~€22–35) pro Arztbesuch |
| Italien | €36,15 Facharzt-Gebühr |
Alle Details findest du in unserem EHIC-Guide für Studierende im Ausland.
Was die EHIC NICHT abdeckt — die Lücken, die teuer werden
Hier werden die meisten Erasmus-Studierenden kalt erwischt. Die EHIC hat fünf kritische Lücken.
1. Krankenrücktransport — die €25.000-Lücke
Deine EHIC zahlt nicht für den Transport nach Hause. Brichst du dir beim Skifahren in Österreich die Wirbelsäule und brauchst einen Ambulanzflug nach Warschau, zahlst du alles selbst. Ein Ambulanzflug innerhalb Europas kostet 2026 zwischen €15.000 und €35.000. Ein medizinischer Begleitflug auf einem Linienflug kostet €3.500–€6.000. Ohne Rücktransportversicherung zahlt deine Familie.
Beispiel: Du studierst in Barcelona. Du hast einen schweren Motorradunfall. Das Krankenhaus behandelt dich — die EHIC deckt das. Aber die Ärzte empfehlen eine Verlegung an dein Heimatkrankenhaus in Krakau für eine Spezial-OP. Der Medizinflug kostet €22.000. Deine EHIC zahlt davon €0.
2. Privatkliniken und Privatärzte
Die EHIC gilt nur in öffentlichen oder vertraglich gebundenen Einrichtungen. Privatkliniken sind nicht abgedeckt. In Spanien und Italien betragen die Wartezeiten im öffentlichen System Wochen für Fachärzte. Viele internationale Studierende gehen privat — für schnellere Versorgung oder englischsprachige Ärzte. Die EHIC erstattet keinen einzigen Euro davon.
3. Zahnbehandlung jenseits von Notfällen
Die EHIC deckt zahnärztliche Notfälle ab — einen entzündeten Zahn ziehen, akute Schmerzen behandeln. Sie deckt keine Kronen, Wurzelbehandlungen, Kieferorthopädie oder Kontrolluntersuchungen. Eine Wurzelbehandlung in Deutschland kostet €500–€1.000. Eine Krone kostet €400–€900. Ohne Zahnzusatzversicherung zahlst du alles selbst.
4. Reguläre Psychotherapie
Die EHIC deckt akute psychiatrische Notfälle ab. Sie deckt keine regelmäßigen Psychotherapiesitzungen. Wartezeiten für öffentliche psychische Gesundheitsversorgung in der EU sind lang — 6–12 Monate in Deutschland, 3–6 Monate in den Niederlanden. Private Therapie (€80–€150 pro Sitzung) ist durch die EHIC nicht abgedeckt. Mehr dazu in unserem Artikel über psychische Gesundheitsversorgung für Studierende.
5. Bergrettung und Hubschrauber-Evakuierung
Du studierst in Österreich und gehst am Wochenende Skifahren? Die EHIC zahlt keine Bergrettung und keinen Hubschraubereinsatz. Eine Hubschrauberrettung in den Alpen kostet €5.000–€15.000.
Übersicht: EHIC-Abdeckung vs. Lücken
| Von EHIC abgedeckt | NICHT von EHIC abgedeckt |
|---|---|
| Notfallbehandlung in öffentlichen Einrichtungen | Krankenrücktransport (€15.000–€35.000) |
| Medizinisch notwendige Behandlung | Privatkliniken und Privatärzte |
| Chronische Erkrankungen | Zahnersatz und Wurzelbehandlungen |
| Rezeptpflichtige Medikamente zu lokalen Preisen | Reguläre Psychotherapie |
| Schwangerschaftsvorsorge | Berg-/Hubschrauberrettung |
| Haftpflicht | |
| Gepäck und Reiseunterbrechung |
Länder-Guide: Erasmus-Versicherung im Detail
Versicherungsregeln unterscheiden sich von Land zu Land. Was in Spanien funktioniert, gilt nicht in den Niederlanden. Hier die 7 beliebtesten Erasmus-Ziele und was du dort brauchst.
Schnellübersicht
| Land | EHIC reicht? | Arbeit löst lokale Versicherung aus? | Extrakosten bei Arbeit | Falle |
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | Ja (ohne Arbeit) | Ja — jede Beschäftigung | ~€120/Monat GKV | Sogar ein Minijob löst es aus |
| Frankreich | Ja + kostenlose Sécu-Anmeldung | Über Arbeitgeberbeiträge | €0 extra (Arbeitgeber zahlt) | 30 % Eigenanteil ohne Mutuelle |
| Spanien | Ja | Weniger streng für Studierende | Variiert | Lange Wartezeiten im öffentlichen System |
| Niederlande | Ja (ohne Arbeit) | Ja — jede bezahlte Arbeit | ~€148/Monat | Sogar Null-Stunden-Verträge zählen |
| Italien | Ja (kurze Aufenthalte) | Über Arbeitgeber bei Beschäftigung | €149,77/Jahr SSN-Gebühr | S1-Formular nötig bei >3 Monaten |
| Österreich | Ja | Ja — jede Beschäftigung | €78,84/Monat ÖGK | Selbstversicherung ohnehin empfohlen |
| Schweden | Ja | Abhängig von Registrierung | Inklusive bei Registrierung | Kein Personnummer bei <12 Monaten |
Deutschland: EHIC akzeptiert — bis du arbeitest
Deutsche Universitäten akzeptieren deine EHIC für die Immatrikulation. Du legst sie bei einer gesetzlichen Krankenkasse (TK, AOK oder Barmer) vor. Die Kasse schickt die „M10”-Bestätigung an deine Uni. Du zahlst keine deutsche Krankenversicherung.
Die Falle: Sobald du irgendeine Beschäftigung in Deutschland aufnimmst — auch einen Minijob für €1/Monat — fällst du unter deutsches Sozialversicherungsrecht. Das ist das Beschäftigungsstaatsprinzip: Das Land, in dem du arbeitest, bestimmt deine Versicherungspflicht. Deine polnische, französische oder spanische EHIC reicht dann nicht mehr.
Du musst dann in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zum Studierendentarif von rund €120/Monat eintreten. Oder eine private Krankenversicherung abschließen.
Fazit: Wenn du während deines Erasmus in Deutschland arbeiten willst — auch nur 5 Stunden pro Woche — plane die deutsche Krankenversicherung von Tag eins ein. Lies unseren Guide zum Arbeiten als Student in Deutschland.
Frankreich: kostenlose Sécurité Sociale + optionale Mutuelle
Alle Studierenden in Frankreich werden bei der Sécurité Sociale registriert — kostenlos. Erasmus-Studierende sind auch vom CVEC (Contribution Vie Etudiante et de Campus) befreit, der €105-Gebühr für Campusdienste, die reguläre Studierende zahlen.
Die Sécurité Sociale erstattet 70 % der medizinischen Kosten. Du zahlst die restlichen 30 %. Ein Arztbesuch kostet €26,50 — du zahlst €7,95 aus eigener Tasche mit EHIC + Sécu.
Eine Mutuelle (Zusatzversicherung) kostet €10–€50/Monat und deckt die restlichen 30 % ab. Die meisten Erasmus-Studierenden finden die Eigenanteile für ein einzelnes Semester verkraftbar. Für ein ganzes Jahr spart eine Mutuelle ab €15/Monat Geld, sobald du mehr als zweimal zum Arzt gehst.
Wenn du in Frankreich arbeitest: Dein Arbeitgeber zahlt Sozialversicherungsbeiträge für dich. Du brauchst keine separate Versicherung — eine Mutuelle für volle Erstattung ist trotzdem empfehlenswert. Mehr in unserem Guide zur Krankenversicherung in Frankreich.
Spanien: EHIC deckt öffentliche Gesundheitsversorgung gut ab
Spanien ist eines der einfachsten Erasmus-Ziele in Sachen Versicherung. Deine EHIC gibt dir vollen Zugang zur öffentlichen Gesundheitsversorgung (Seguridad Social). Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte und Notfallversorgung sind mit minimalen oder keinen Eigenanteilen abgedeckt.
Einschränkungen: Wartezeiten im öffentlichen System betragen Wochen für Fachärzte. Privatversorgung ist durch die EHIC nicht abgedeckt. Zahnbehandlungen beschränken sich auf Notfall-Extraktionen. Viele internationale Studierende in Spanien entscheiden sich für eine Privatversicherung (ab €35/Monat) — für schnelleren Zugang und englischsprachige Ärzte.
Mehr in unserem Guide zur Krankenversicherung in Spanien.
Niederlande: die €148/Monat-Arbeitsfalle
Wenn du in den Niederlanden nur studierst, reicht deine EHIC. Universitäten akzeptieren sie für die Einschreibung.
Die Falle: Jede bezahlte Beschäftigung — Nebenjob, bezahltes Praktikum, auch ein Null-Stunden-Vertrag — löst die Pflicht zur niederländischen Basisversicherung (basisverzekering) aus. Seit September 2025 sind auch bezahlte Praktika eingeschlossen. Die basisverzekering kostet 2026 rund €148/Monat, mit einem jährlichen Pflichtselbstbehalt (eigen risico) von €385.
Beispiel: Du nimmst einen 10-Stunden-Job im Café an, um dein Erasmus-Stipendium aufzustocken. Jetzt schuldest du €148/Monat für die niederländische Versicherung — das sind €1.776/Jahr. Dein Erasmus-Stipendium für die Niederlande beträgt €520/Monat. Fast 30 % davon sind für die Versicherung weg.
Die Rettung: Studierende mit einem Einkommen unter ~€38.520/Jahr haben Anspruch auf zorgtoeslag (Gesundheitszuschuss) von bis zu €131/Monat. Beantragen auf toeslagen.nl. Das eliminiert die Kosten fast vollständig.
| Situation | Versicherungspflicht |
|---|---|
| Nur Studium, keine Arbeit | EHIC reicht |
| Jede bezahlte Arbeit (auch Null-Stunden) | Basisverzekering Pflicht |
| Bezahltes Praktikum (seit Sept. 2025) | Basisverzekering Pflicht |
| Unbezahltes Praktikum | EHIC reicht |
Alle Details in unserem Guide zur Krankenversicherung in den Niederlanden.
Italien: EHIC für kurze Aufenthalte, SSN für längere
Für Erasmus-Aufenthalte unter 3 Monaten reicht deine EHIC für Notfall- und notwendige Behandlungen.
Bei Aufenthalten über 3 Monaten empfiehlt Italien die Registrierung beim SSN (Servizio Sanitario Nazionale). EU-Studierende können sich mit einem S1-Formular aus ihrem Heimatland registrieren — kostenlos. Ohne S1-Formular kostet die freiwillige SSN-Registrierung €149,77/Jahr und gibt dir Zugang zu einem Hausarzt (medico di base) und vollem öffentlichen Gesundheitssystem.
Ohne SSN-Registrierung oder S1-Formular bist du auf Notfallversorgung per EHIC beschränkt. Kein Hausarzt, kein einfacher Facharzt-Zugang.
Tipp: Beantrage das S1-Formular bei deiner Krankenkasse im Heimatland vor der Abreise. Nicht alle Länder stellen es für Studierende einfach aus, aber der Versuch lohnt sich. Mehr in unserem Guide zur Krankenversicherung in Italien.
Österreich: EHIC akzeptiert, ÖGK empfohlen
Österreichische Universitäten akzeptieren die EHIC. Du kannst mit deiner EHIC-Karte das öffentliche Gesundheitssystem nutzen.
Die Studierenden-Selbstversicherung bei der ÖGK (Österreichische Gesundheitskasse) kostet €78,84/Monat und bietet vollen Zugang zum österreichischen Gesundheitssystem — Hausarzt, Fachärzte, e-card, Rezepte. Viele Universitäten und Studierendenvertretungen empfehlen die ÖGK auch mit EHIC, weil sie den Papierkram vereinfacht und nahtlosen Zugang bietet.
Wenn du in Österreich arbeitest: Jede Beschäftigung löst die österreichische Sozialversicherungspflicht aus, einschließlich Krankenversicherung über die ÖGK. Deine Heimat-EHIC reicht dann nicht mehr.
Alle Details in unserem Guide zur Krankenversicherung in Österreich.
Schweden: EHIC-freundlich, aber kein Personnummer bei kurzen Aufenthalten
Schweden ist eines der besten Länder für EHIC-Nutzer. Du bekommst vollen Zugang zum schwedischen Gesundheitssystem zu den gleichen Tarifen wie schwedische Einwohner. Patientengebühren sind niedrig: SEK 250–400 (€22–35) pro Arztbesuch. Schweden hat auch eine jährliche Kostenobergrenze: SEK 1.400 (€125) für Gesundheitsversorgung, SEK 2.850 (~€255) für Rezepte. Danach ist alles kostenlos für den Rest des Jahres.
Der Haken: Für ein Personnummer (persönliche Identifikationsnummer) musst du mindestens 12 Monate bleiben. Ein akademisches Jahr dauert typischerweise 10 Monate — die meisten Erasmus-Studierenden qualifizieren sich also nicht. Ohne Personnummer nutzt du deine EHIC, was funktioniert, aber manche Verwaltungsprozesse erschwert.
Mehr in unserem Guide zur Krankenversicherung in Schweden.
Die Werkstudenten-Falle — warum die EHIC plötzlich nicht mehr reicht
Dieser Abschnitt ist wichtig, weil die meisten Erasmus-Studierenden planen, nebenbei zu arbeiten. In einer Eurostudent-Umfrage von 2023 gaben über 60 % der Austauschstudierenden an, in ihrem Gastland zu arbeiten oder es zu planen.
Das EU-Prinzip Lex loci laboris besagt: Das Land, in dem du arbeitest, bestimmt deine Sozialversicherungspflicht. Sobald du einen Job annimmst, gelten die Regeln deines Gastlandes — nicht die deines Heimatlandes.
Was das für dein Budget bedeutet
| Land | Versicherungskosten bei Arbeit | Zuschuss verfügbar? |
|---|---|---|
| Deutschland | ~€120/Monat (GKV-Studierendentarif) | Nein |
| Niederlande | ~€148/Monat (basisverzekering) | Zorgtoeslag: bis €131/Monat |
| Österreich | €78,84/Monat (ÖGK) | Nein |
| Frankreich | €0 (Arbeitgeberbeiträge) | Nicht nötig |
Wenn du nur mit EHIC rechnest und dann lokale Versicherung brauchst, sind das unerwartete Kosten von €950–€1.776/Jahr. Plane das von Anfang an ein.
Die Niederlande sind die teuerste Falle. Ein Null-Stunden-Vertrag im Café — auch wenn du nur 2 Stunden/Woche arbeitest — löst die volle €148/Monat-Pflicht aus. Der Zorgtoeslag-Zuschuss hilft, aber du musst ihn aktiv beantragen.
Deutschland ist die häufigste Falle. Die meisten Erasmus-Studierenden in Deutschland wollen einen Werkstudentenjob oder Minijob. Jede Beschäftigung bedeutet deutsche Krankenversicherung.
Welche Zusatzversicherung du brauchst
Deine EHIC deckt die Grundlagen. Eine Zusatzversicherung schließt die Lücken. Hier ist, worauf du achten solltest und was es kostet.
Mindest-Checkliste
Eine gute Erasmus-Zusatzversicherung sollte enthalten:
- Krankenrücktransport — mindestens €100.000 Deckung (Ambulanzflug + medizinische Begleitung)
- Medizinische Evakuierung — Verlegung in ein besser ausgestattetes Krankenhaus
- Haftpflicht — mindestens €1.000.000 (du überschwemmst versehentlich deine Wohnung, beschädigst Uni-Equipment)
- 24/7-Notruf-Hotline — mehrsprachig
- Zahnbehandlung — mindestens Notfall + einfache Restauration
- Gepäck und Reiseunterbrechung — verspätetes/verlorenes Gepäck, Reiseabbruch
Was es kostet
| Versicherungstyp | Monatliche Kosten | Pro Semester (5 Monate) |
|---|---|---|
| EHIC-Ergänzung (Rücktransport + Haftpflicht) | €15–€25 | €75–€125 |
| EHIC-Ergänzung + Zahn + Psyche | €25–€40 | €125–€200 |
| Volle internationale Studierendenversicherung | €40–€120 | €200–€600 |
Für die meisten Erasmus-Studierenden mit gültiger EHIC ist eine Zusatzversicherung bei €20–€35/Monat der Sweet Spot. Du behältst deine EHIC für die tägliche Gesundheitsversorgung und fügst Rücktransport, Haftpflicht und Zahnversicherung oben drauf.
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Nutze unser Vergleichstool, um nach Zielland, Versicherungsart und Budget zu filtern. Oder nutze den Versicherungsfinder für eine personalisierte Empfehlung.
Erasmus Mundus: andere Regeln
Erasmus Mundus Joint Master Degrees (EMJM) unterscheiden sich von regulären Erasmus+-Austauschprogrammen. Das Konsortium, das dein Programm betreibt, stellt die Versicherung.
Was Erasmus Mundus beinhaltet
- Krankenversicherung nach EACEA-Mindestanforderungen — für das gesamte 24-monatige Programm
- Schutz beginnt 2 Wochen vor Ankunft und endet 2 Monate nach Abschluss
- Deckt medizinische Kosten, Rücktransport, Unfall, Haftpflicht ab
- Gilt für alle Studierenden (Stipendiaten und Selbstzahler)
Was du prüfen solltest
- Ob die Konsortiumsversicherung Zahn- und psychische Gesundheitsversorgung abdeckt (manche tun es nicht)
- Ob sie dich bei Reisen zwischen den Konsortiumsländern abdeckt
- Ob du dich in jedem Land, in dem du studierst, lokal registrieren musst
Bist du in einem Erasmus-Mundus-Programm, prüfe die Versicherungspolice deines Konsortiums, bevor du etwas Zusätzliches kaufst. Möglicherweise bist du bereits voll abgedeckt.
Schritt für Schritt: Versicherung vor deinem Erasmus
Schritt 1: EHIC prüfen
Überprüfe, dass deine EHIC gültig ist und während deines Austauschs nicht abläuft. Falls sie während deines Aufenthalts abläuft, verlängere sie vor der Abreise. Die Bearbeitung dauert 1–4 Wochen je nach Land.
Schritt 2: Zusatzversicherung abschließen
Wähle eine Police, die Rücktransport, Haftpflicht und Zahnbehandlung abdeckt. Rechne mit €20–€35/Monat. Vergleiche auf unserer Vergleichsseite. Schließe vor der Abreise ab — du brauchst möglicherweise einen Versicherungsnachweis für deine Gasthochschule.
Schritt 3: Gastland-Regeln recherchieren
Lies die länderspezifischen Abschnitte oben. Wichtige Fragen:
- Akzeptiert das Gastland deine EHIC für die Einschreibung?
- Welche Eigenanteile kommen auf dich zu?
- Musst du dich bei einem lokalen System anmelden (Sécurité Sociale in Frankreich, SSN in Italien)?
Schritt 4: Arbeit einplanen
Falls du arbeiten willst — auch nur wenige Stunden pro Woche — recherchiere die Versicherungsfolgen:
- Deutschland: Jeder Job = deutsche Krankenversicherung (~€120/Monat)
- Niederlande: Jede bezahlte Arbeit = basisverzekering (~€148/Monat, durch Zorgtoeslag reduzierbar)
- Österreich: Jeder Job = ÖGK (~€78,84/Monat)
Plane das von Anfang an ein. Lass dich nicht im zweiten Monat überraschen.
Schritt 5: Notfallkontakte speichern
Speichere vor der Abreise:
- Die EHIC-Hotline deines Heimatlandes
- Die 24/7-Notrufnummer deiner Zusatzversicherung
- Das nächste Krankenhaus zu deiner Gasthochschule (mit Adresse)
- Die Nummer des International Office deiner Gasthochschule
- Die europäische Notrufnummer: 112 (funktioniert in allen EU-Ländern)
Typische Fehler von Erasmus-Studierenden
1. Denken, die EHIC reicht
Die EHIC deckt Notfälle in öffentlichen Einrichtungen ab. Sie deckt keinen Rücktransport, keinen Zahnarzt und keine Privatversorgung. Für einen 5–12-monatigen Aufenthalt sind die Lücken zu groß zum Ignorieren.
2. Nicht prüfen, was passiert, wenn sie arbeiten
Über 60 % der Austauschstudierenden arbeiten in ihrem Gastland. In Deutschland, den Niederlanden und Österreich löst jede Beschäftigung lokale Versicherungspflichten von €80–€148/Monat aus.
3. Ohne gültige EHIC ankommen
Manche Studierende gehen davon aus, ihre Heimatversicherung deckt sie ab. Tut sie nicht, ohne die physische EHIC-Karte (oder die digitale Version, die dein Land anbietet). Besorge sie vor der Abreise.
4. Rücktransportversicherung auslassen
Rücktransport ist die teuerste einzelne Lücke. Ein Ambulanzflug kostet €15.000–€35.000. Eine Zusatzversicherung mit Rücktransport kostet €15–€25/Monat. Die Rechnung ist klar.
5. Sich nicht bei lokalen Systemen anmelden
In Frankreich (Sécurité Sociale) und Italien (SSN) ist die Anmeldung kostenlos oder günstig, gibt dir aber viel besseren Zugang. Ohne Anmeldung bist du auf Notfallversorgung per EHIC beschränkt.
6. Versicherung kaufen, die sie nicht brauchen
Wenn du bereits eine EHIC hast und nicht arbeitest, brauchst du keine volle internationale Studierendenversicherung für €80–€120/Monat. Eine Zusatzversicherung für €20–€35/Monat schließt die Lücken für einen Bruchteil der Kosten.
Häufig gestellte Fragen
Beinhaltet Erasmus+ eine Krankenversicherung?
Nein. Erasmus+ bietet ein monatliches Stipendium (€470–€520) und Studiengebührenbefreiung, aber keine Krankenversicherung. Die EACEA verlangt mindestens €30.000 Krankenversicherungsschutz plus Rücktransport und Haftpflichtversicherung. Du musst das selbst organisieren — in der Regel über deine EHIC plus eine Zusatzversicherung für €15–€40/Monat.
Reicht die EHIC für Erasmus?
Für die öffentliche Grundversorgung ja. Die EHIC deckt Notfallbehandlung, notwendige Behandlung und Versorgung chronischer Erkrankungen in allen EU-Ländern ab. Sie deckt aber keinen Krankenrücktransport (€15.000–€35.000 für einen Ambulanzflug), keine Privatkliniken, keinen Zahnersatz und keine reguläre Psychotherapie ab. Die Europäische Kommission empfiehlt eine Zusatzversicherung für alle Erasmus-Teilnehmer.
Was passiert, wenn ich während Erasmus Teilzeit arbeite?
In Deutschland, den Niederlanden und Österreich löst jede Beschäftigung — einschließlich Minijobs, Null-Stunden-Verträge und bezahlte Praktika — die Pflicht zur lokalen Krankenversicherung aus. In Deutschland kostet das ~€120/Monat. In den Niederlanden ~€148/Monat (mit einem Zuschuss von bis zu €131/Monat). Die EHIC deines Heimatlandes reicht nicht mehr, sobald du beschäftigt bist.
Was kostet eine Zusatzversicherung für Erasmus?
Eine Zusatzversicherung mit Rücktransport, Haftpflicht und Zahnschutz kostet €15–€40/Monat je nach Deckungsumfang. Für ein 5-monatiges Erasmus-Semester sind das €75–€200 insgesamt. Eine volle internationale Studierendenversicherung kostet €40–€120/Monat, ist aber meist unnötig, wenn du bereits eine gültige EHIC hast.
Beinhaltet Erasmus Mundus eine Versicherung?
Ja, im Gegensatz zu regulärem Erasmus+. Erasmus-Mundus-Joint-Master-Programme stellen allen Studierenden (Stipendiaten und Selbstzahlern) eine Pflichtversicherung bereit. Das Konsortium kauft eine Police nach EACEA-Mindestanforderungen. Sie deckt Gesundheit, Unfall, Rücktransport und Haftpflicht für die gesamte Programmdauer plus 2 Wochen davor und 2 Monate danach ab.
Kann ich die EHIC in einer Privatklinik nutzen?
Nein. Die EHIC deckt nur Behandlungen in öffentlichen oder vertraglich gebundenen Einrichtungen ab. Wenn du eine Privatklinik oder einen Privatarzt besuchst, zahlst du die vollen Kosten selbst. Für privaten Gesundheitszugang brauchst du eine Zusatz- oder Privatversicherung.
Was ist die EACEA und was verlangt sie?
Die EACEA ist die Europäische Exekutivagentur für Bildung und Kultur — die EU-Behörde, die Erasmus+ im Auftrag der Europäischen Kommission verwaltet. Die EACEA verlangt von allen Erasmus+-Teilnehmern eine Versicherung mit mindestens €30.000 medizinischer Deckung plus Rücktransport, Unfall, dauerhafte Invalidität und Haftpflicht. Die EACEA setzt diese Anforderungen fest, stellt die Versicherung aber nicht bereit.
Ich komme aus Großbritannien — funktioniert meine GHIC für Erasmus?
Großbritannien ist nach dem Brexit aus Erasmus+ ausgetreten. UK-Studierende nehmen daher normalerweise nicht an Erasmus+-Austauschprogrammen teil. Studierst du als UK-Student trotzdem in der EU unter einer anderen Vereinbarung, bietet die GHIC (Global Health Insurance Card) die gleiche Deckung wie die EHIC — Notfall- und notwendige Behandlung in öffentlichen Einrichtungen. Die gleichen Lücken gelten: kein Rücktransport, keine Privatversorgung, kein Zahnersatz.
Krankenversicherungen vergleichen
Finde die passende Zusatzversicherung für deinen Erasmus-Austausch. Vergleiche Rücktransport-, Zahn- und Haftpflichtpolicen nebeneinander — ab €15/Monat.
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