Was ist das IFHP und wen deckt es ab?
Das Interim Federal Health Program (IFHP) ist ein kostenloses Bundesgesundheitsprogramm in Kanada, das Geflüchtete, Asylsuchende und bestimmte andere von IRCC gesponserte Gruppen absichert — inklusive Arztbesuche, Zahnbehandlung, Sehhilfen und verschreibungspflichtige Medikamente. Das Programm wird von Immigration, Refugees and Citizenship Canada (IRCC) finanziert und über den privaten Versicherer Medavie Blue Cross abgewickelt. Der Schutz beginnt am Tag der Anspruchsberechtigung — ohne Wartezeit, ohne Beiträge und ohne Selbstbeteiligung.
Das IFHP ist kein Programm für reguläre internationale Studierende. Wenn du mit einem Studienvisum in Kanada bist und Studiengebühren an einer Universität zahlst, bist du mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht anspruchsberechtigt. Es gibt jedoch konkrete Ausnahmefälle: Studierende, die in Kanada einen Asylantrag stellen, oder Menschen, die humanitäre Aufenthaltstitel beantragen, kommen unter bestimmten Bedingungen in Berührung mit dem IFHP. Dieser Artikel erklärt, wer qualifiziert ist, was die drei Leistungsstufen abdecken und was du tun kannst, wenn du nicht berechtigt bist.
Wer hat Anspruch auf IFHP-Leistungen?
IRCC definiert die Anspruchsberechtigung sehr präzise. Du qualifizierst dich, wenn du einer dieser Gruppen angehörst:
Anspruchsberechtigte Gruppen (Stand 2026):
- Konventionsflüchtlinge und geschützte Personen — Menschen, die offiziell vom Immigration and Refugee Board (IRB) als schutzbedürftig anerkannt wurden
- Asylsuchende (Refugee Claimants) — Menschen, die in Kanada einen Asylantrag gestellt haben, der noch nicht entschieden wurde
- Government-Assisted Refugees (GARs) — Geflüchtete, die im Ausland ausgewählt und von der kanadischen Bundesregierung gesponsert wurden
- Blended Visa Office-Referred (BVOR) Refugees — Geflüchtete, die gemeinsam von Regierung und Privatpersonen gesponsert werden
- Privately Sponsored Refugees (PSRs) — von Privatpersonen oder Gruppen gesponserte Geflüchtete, unter bestimmten Voraussetzungen
- Opfer von Menschenhandel — Personen mit einem temporären Aufenthaltserlaubnis als Opfer von Trafficking
- Bestimmte IRCC-Inhaftierte — Personen in Einwanderungshafteinrichtungen unter spezifischen Umständen
Wer ist NICHT anspruchsberechtigt:
- Reguläre internationale Studierende mit Studienvisum
- Personen mit Arbeitsvisum
- Touristinnen und Touristen
- Permanent Residents (sie sind direkt über das Provinzsystem abgesichert)
Beispiel: Lena studiert an der University of British Columbia in Vancouver auf einem Studienvisum. Sie hat keinen Anspruch auf IFHP. Wenn sie jedoch beim IRB einen Asylantrag stellt — etwa weil eine Rückkehr in ihr Heimatland gefährlich wäre — wird sie ab dem Tag der Antragstellung anspruchsberechtigt. Während dieser Zeit füllt das IFHP die Lücke, die weder das Provinzsystem noch eine private Versicherung schließt.
Die drei IFHP-Leistungsstufen im Überblick
IFHP unterteilt seine Leistungen in drei Typen. Welchen Typ du erhältst, hängt von deinem Einwanderungsstatus ab.
| Leistungstyp | Wer erhält ihn | Was ist abgedeckt |
|---|---|---|
| Typ 1 — Vollschutz | GARs, BVORs, PSRs (befristet), bestimmte Inhaftierte | Vollständige Kranken-, Zahn- und Sehbehandlung + Medikamente + Zusatzleistungen |
| Typ 2 — Ergänzungsschutz | Anerkannte Flüchtlinge, geschützte Personen | Ergänzt das Provinzsystem: Zahnarzt, Sehhilfen, Medikamente |
| Typ 3 — Nur Medikamente | Asylsuchende in Provinzen mit Grundschutz | Ausschließlich verschreibungspflichtige Medikamente |
Typ 1: Vollständiger Schutz
Typ 1 ist die umfassendste Stufe. Government-Assisted Refugees erhalten ihn im ersten Jahr nach der Ankunft. Die Leistungen umfassen:
- Krankenhausaufenthalte (stationär und ambulant)
- Arztbesuche (Allgemeinmedizin und Facharztüberweisungen)
- Diagnostische Untersuchungen (Blutbild, Röntgen, bei dringendem Bedarf MRT)
- Verschreibungspflichtige Medikamente aus dem IFHP-Formularbuch
- Zahnbehandlungen (Notfallextraktionen, Füllungen, Prophylaxe, teils Prothesen)
- Sehhilfen (Augenuntersuchung, Brille alle 24 Monate bis zu einem Höchstbetrag)
- Psychologische Beratung über zugelassene Anbieter
- Schwangerschaft und Geburtshilfe
- Impfungen nach dem kanadischen Impfplan
- Medizinischer Transport in dringenden Fällen
Beispiel: Hamid und seine Familie kommen als Government-Assisted Refugees in Winnipeg an. Sie erhalten sofort Typ-1-Schutz. Hamids Tochter braucht eine Brille — das IFHP bezahlt die Augenuntersuchung und bis zu CAD 200 für Gläser und Gestell. Hamid selbst leidet unter Atemproblemen und besucht wenige Tage nach der Ankunft einen Arzt. Alles kostenlos.
Typ 2: Ergänzungsschutz
Typ 2 schließt die Lücken, die Provinzpläne offen lassen. Anerkannte Flüchtlinge und geschützte Personen werden in der Regel in das Provinzsystem eingeschrieben — aber die meisten Provinzpläne decken keine Zahn- oder Sehbehandlung und kaum Medikamente ab. Genau hier greift IFHP Typ 2.
Typ 2 deckt ab:
- Verschreibungspflichtige Medikamente (nach dem IFHP-Formularbuch)
- Zahnarztbesuche (Vorsorge und einfache Restaurationen)
- Sehhilfen (Untersuchung und Brille)
- Ergänzende psychologische Unterstützung
- Medizinische Hilfsmittel (Hörgeräte, Gehhilfen, Rollstühle — mit Vorabgenehmigung)
Typ 2 verdoppelt nicht, was das Provinzsystem bereits zahlt. Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte bleiben beim Provinzplan — Typ 2 deckt nur das, was dieser nicht abdeckt.
Typ 3: Nur Medikamentenabdeckung
Typ 3 ist die engste Stufe. Asylsuchende in Provinzen, die bereits eine gewisse Notfallversorgung anbieten (z. B. Ontario oder Quebec), erhalten manchmal nur Typ 3. Damit sind ausschließlich Medikamente aus dem IFHP-Formularbuch abgedeckt.
Wichtiger Hinweis: Das IFHP hat kein offenes Formularbuch. Nicht jedes Medikament ist gelistet. Wenn ein Arzt ein Präparat verschreibt, das nicht auf der Liste steht, musst du es selbst bezahlen oder einen Ausnahmeantrag über das Vorabgenehmigungsverfahren stellen.
IFHP vs. Provinzversicherung vs. UHIP: Was gilt wann?
Das ist die wichtigste Frage für alle, die sich im kanadischen Gesundheitssystem zurechtfinden müssen. Die drei Hauptquellen für Krankenversicherungsschutz in Kanada sind:
| IFHP | Provinzversicherung | UHIP | |
|---|---|---|---|
| Finanzierung | Bundesregierung | Provinzregierung | Universität / privater Versicherer |
| Zielgruppe | Geflüchtete, Asylsuchende, bestimmte IRCC-Gruppen | Staatsbürger, Permanent Residents, einige Visainhaber | Internationale Studierende an bestimmten Universitäten (vor allem Ontario) |
| Kosten | Kostenlos | Kostenlos (für Berechtigte) | ~CAD 792/Jahr (Ontario) |
| Ärztliche Versorgung | Ja (Typ 1 & 2) | Ja | Ja |
| Zahnarzt | Ja (alle Typen, mit Limits) | Nein (die meisten Provinzen) | Eingeschränkt oder nein |
| Sehhilfen | Ja (alle Typen, mit Limits) | Nein (die meisten Provinzen) | Eingeschränkt oder nein |
| Medikamente | Ja (nach Formularbuch) | Nein (die meisten Provinzen) | Eingeschränkt |
| Wartezeit | Keine | Bis zu 3 Monate (je nach Provinz) | Keine |
Der zentrale Unterschied: Provinzpläne decken Permanent Residents, Staatsbürger und in manchen Provinzen bestimmte Visainhaber ab. UHIP ist eine verpflichtende private Versicherung für internationale Studierende in Ontario. Das IFHP richtet sich an eine völlig andere Gruppe — Menschen im Asyl- und humanitären Schutzsystem.
Wenn du als internationaler Student in Ontario studierst, zahlst du UHIP. Wenn du in Ontario einen Asylantrag stellst, wird das IFHP zu deiner primären Absicherung. Wenn das IRB dir den Flüchtlingsstatus gewährt, wechselst du in den Ontario Health Insurance Plan (OHIP), und IFHP Typ 2 ergänzt die Lücken.
Alles zur Versicherungslage für reguläre Studierende findest du in unserem kompletten Guide zur Krankenversicherung für Studierende in Kanada.
Wie greifst du auf IFHP-Leistungen zu?
Schritt 1: Anspruchsberechtigung bestätigen
Überprüfe deine IRCC-Korrespondenz. Der Brief, der deinen Asylantrag bestätigt, der IRB-Entscheid oder deine Umsiedlungsdokumentation nennt deine Einwanderungskategorie. Diese bestimmt deinen IFHP-Typ.
Du kannst die Berechtigung auch über das IRCC-Kundenportal auf canada.ca einsehen. Dein IFHP-Status wird dort angezeigt, sobald er bearbeitet wurde.
Schritt 2: IFHP-Karte beantragen
Anspruchsberechtigte erhalten eine IFHP-Leistungskarte — entweder als physische Karte oder als digitale Version über das Medavie Blue Cross-Portal. Medavie Blue Cross ist der private Versicherer, der das IFHP im Auftrag von IRCC abwickelt.
Wichtig: Zeige diese Karte bei jedem Termin vor. Wenn du einen Anbieter aufsuchst, bevor die Karte angekommen ist, hebe alle Quittungen auf. Du kannst eine Erstattung bei Medavie Blue Cross einreichen.
Schritt 3: Einen IFHP-registrierten Anbieter finden
Nicht alle Ärzte, Zahnärzte und Apotheken nehmen IFHP an. Du musst einen bei IFHP registrierten Anbieter aufsuchen, damit die Kosten direkt abgerechnet werden. Nutze das Anbietersuche-Tool auf medaviebc.ca (Medavie Blue Cross):
- Hausärzte mit freien IFHP-Plätzen
- Zahnärzte im Programm
- Apotheken im Netzwerk
- Psychologinnen und Psychologen
Beispiel: Aisha ist Asylsuchende in Toronto und hat Zahnschmerzen. Sie nutzt die Medavie-Anbietersuche, findet eine IFHP-registrierte Zahnarztpraxis in North York, zeigt beim Termin ihre Karte vor und zahlt nichts. Die Praxis rechnet direkt mit dem IFHP ab.
Schritt 4: Vorabgenehmigung für bestimmte Leistungen
Manche Leistungen erfordern eine Vorabgenehmigung. Dazu gehören:
- Bestimmte Facharztüberweisungen
- Medizinische Hilfsmittel und Geräte
- Behandlungen außerhalb der eigenen Provinz
- Nicht-dringende Eingriffe
Bitte die Arztpraxis, die Vorabgenehmigung vor dem Termin zu beantragen. Ohne Vorabgenehmigung kann der Antrag abgelehnt werden.
Wann endet der IFHP-Schutz?
Der IFHP-Schutz endet, wenn sich dein Einwanderungsstatus ändert:
- Asylantrag abgelehnt: Der Schutz endet mit der rechtskräftigen Ablehnung nach Ausschöpfung aller Rechtsmittel
- Permanent Residency erteilt: Du wechselst in den Provinzplan (kurze Wartezeit möglich — IFHP überbrückt diese in der Regel)
- Government-Assisted Refugees: Typ-1-Vollschutz endet nach 12 Monaten; Typ 2 als Ergänzung läuft weiter
- Verlassen Kanadas: Der Schutz endet mit der Ausreise
IRCC informiert Medavie Blue Cross automatisch über Statusänderungen. Deine Karte wird deaktiviert. Wenn du weiterhin Versicherungsschutz benötigst, musst du rechtzeitig eine Provinzversicherung oder private Krankenversicherung organisieren.
IFHP und internationale Studierende: Die Ausnahmefälle
Für die meisten Studierenden mit regulärem Studienvisum ist das IFHP nicht relevant. Drei konkrete Situationen können das ändern:
1. Asylantrag während des Studiums
Manche Studierenden erfahren, dass eine Rückkehr in ihr Heimatland gefährlich geworden ist. Wenn du während deines Studiums beim IRB einen Asylantrag stellst, wechselt dein Status zu „Asylsuchende/r”. Ab dem Tag der Antragstellung bist du anspruchsberechtigt für IFHP. Dein Studienvisum bleibt möglicherweise gültig, und du kannst dein Studium während der Bearbeitung fortsetzen — aber deine Krankenversicherung kommt jetzt vom IFHP, nicht mehr von UHIP oder einer privaten Versicherung.
Die Bearbeitungszeiten für Asylanträge in Kanada liegen zwischen 8 Monaten und über 2 Jahren. Das IFHP sichert dich in dieser gesamten Zeit ab.
2. Humanitäre und mitfühlungsbasierte Genehmigungen (H&C)
Manche Menschen studieren in Kanada, während ihr H&C-Antrag bearbeitet wird. H&C-Antragstellende sind in der Regel nicht für IFHP berechtigt, es sei denn, sie haben zusätzlich einen Asylantrag gestellt. Sie müssen in der Regel eine private Krankenversicherung abschließen.
3. Übergang zum Status als geschützte Person
Wenn das IRB dir während deines Studiums den Flüchtlingsstatus gewährt, hast du Anspruch auf IFHP Typ 2 bis dein Provinzplan aktiv wird. Provinzen wie Ontario, British Columbia und New Brunswick haben Wartezeiten von bis zu 3 Monaten. Das IFHP überbrückt diese Zeit automatisch.
Was tust du, wenn du NICHT anspruchsberechtigt bist?
Die große Mehrheit der internationalen Studierenden qualifiziert sich nicht für das IFHP. Hier sind die Optionen nach Provinz:
- Ontario: UHIP (verpflichtend, ~CAD 792/Jahr) für ärztliche Grundversorgung und Krankenhausaufenthalte. Ergänzungsversicherung für Zahn und Sehen empfohlen.
- Alberta, Saskatchewan: Die meisten internationalen Studierenden mit Studienvisum können nach 3 Monaten in den Provinzplan eingeschrieben werden. Private Versicherung für die Wartezeit.
- British Columbia: BC MSP gilt nach 3 Monaten für Vollzeit-Studierende. Private Versicherung für die Wartezeit.
- Quebec: RAMQ deckt bestimmte Visainhaber ab; andere nutzen universitäre Gruppenversicherungen oder private Tarife.
- Andere Provinzen: Meist private Versicherung erforderlich. Universitäre Gruppenversicherungen sind verbreitet.
Alle Details zu Provinzregeln und Kosten findest du in unserem Artikel zu Lücken in der Provinzversicherung und UHIP in Kanada.
Nutze unser Versicherungsvergleich-Tool, um private Optionen für Kanada zu vergleichen. Unser Versicherungsfinder stellt dir 5 Fragen und empfiehlt den passenden Tarif.
Psychische Gesundheit unter IFHP
Psychische Gesundheitsversorgung ist oft die Lücke, die Neuankömmlinge am meisten überrascht. Provinzpläne decken Psychiatrie (eine medizinische Fachrichtung) ab, aber selten Psychologinnen, Sozialarbeiter oder Beraterinnen. Das IFHP adressiert das direkt.
IFHP deckt ab:
- Sitzungen bei Psychologinnen und Psychologen (bis zu einer festgelegten Anzahl pro Jahr, Überweisung erforderlich)
- Sozialarbeiterberatung in Integrationseinrichtungen
- Traumasensible Therapie für anerkannte Geflüchtete
- Kriseninterventionsdienste
Die Anzahl der abgedeckten Sitzungen variiert. Das IFHP bietet keine unbegrenzte psychologische Versorgung, ermöglicht aber Zugang zu Leistungen, die sich viele Neuankömmlinge sonst nicht leisten könnten.
Praktischer Hinweis: Frage deine Hilfsorganisation oder Beratungsstelle für Geflüchtete nach einer Liste von IFHP-registrierten Ansprechpersonen für psychische Gesundheit in deiner Stadt. Organisationen wie der Canadian Centre for Victims of Torture in Toronto oder die Multicultural Health Brokers in Edmonton können vermitteln.
Zahn- und Sehbehandlung unter IFHP
Zahn- und Sehversorgung sind die beiden Leistungen, die das IFHP deutlich umfangreicher machen als einen Standard-Provinzplan.
Zahnleistungen im IFHP
- Notfallextraktionen und Schmerzbehandlung: abgedeckt
- Füllungen (Amalgam und Kunststoff): abgedeckt
- Zahnreinigung und Prophylaxe: abgedeckt bis zu einer Häufigkeitsbegrenzung
- Prothesen (Voll- und Teilprothesen): abgedeckt mit Vorabgenehmigung
- Kieferorthopädie: bei Erwachsenen in der Regel nicht abgedeckt; Kinder können in bestimmten Fällen qualifiziert sein
- Implantate: nicht abgedeckt
Sehleistungen im IFHP
- Eine vollständige Augenuntersuchung alle 24 Monate (Erwachsene) oder alle 12 Monate (Kinder unter 18)
- Brille: Gestell und Gläser abgedeckt bis zu CAD 200 alle 24 Monate
- Kontaktlinsen: als Alternative zur Brille im gleichen Rahmen abgedeckt
- Sonnenbrille mit Sehstärke: nicht abgedeckt
Beispiel: Sara ist anerkannte Schutzperson in Calgary und braucht eine neue Lesebrille. Sie geht zu einer IFHP-registrierten Optikerin, die Untersuchung ist kostenlos. Ihre Gläser und das Gestell kosten CAD 175. Das IFHP übernimmt den vollen Betrag. Hätte sie ein Gestell für CAD 250 gewählt, hätte sie die Differenz von CAD 50 selbst bezahlt.
Häufige Fragen zum IFHP
Können internationale Studierende mit Studienvisum IFHP bekommen?
Nein — nicht allein durch das Studienvisum. Visainhaber für ein Studium gehören nicht zu den IFHP-Berechtigungsgruppen. Du musst Asylsuchende/r, anerkannte/r Flüchtling, Government-Assisted Refugee oder Mitglied einer anderen IRCC-gesponserten Gruppe sein. Wenn du während deines Studiums einen Asylantrag stellst, ändert sich deine Berechtigung ab dem Tag der Antragstellung — nicht rückwirkend.
Werden Vorerkrankungen abgedeckt?
Ja. Das IFHP schließt keine Vorerkrankungen aus. Wenn du eine chronische Erkrankung hast und anspruchsberechtigt wirst, ist die Behandlung ab dem Beginn deiner Berechtigung abgedeckt — unter denselben Formularbuch- und Anbieterregeln wie alle anderen IFHP-Leistungen.
Wie lange gilt der IFHP-Schutz?
Das hängt von deiner Kategorie ab. Asylsuchende sind bis zur Entscheidung über ihren Antrag abgesichert. Government-Assisted Refugees erhalten Typ-1-Vollschutz für 12 Monate, danach Typ 2 ergänzend zum Provinzplan. Geschützte Personen bleiben auf IFHP Typ 2 bis ihr Provinzplan vollständig aktiv ist. Es gibt keine feste Maximaldauer — sie richtet sich nach dem Einwanderungsstatus.
Gilt das IFHP auch außerhalb Kanadas?
Nein. Das IFHP deckt nur Gesundheitsleistungen innerhalb Kanadas ab. Wenn du während der IFHP-Schutzzeit ins Ausland reist, bist du dort nicht abgesichert. Schließe für Reisen außerhalb Kanadas eine Reisekrankenversicherung ab.
Was passiert, wenn mein Asylantrag abgelehnt wird?
Der Schutz endet mit der rechtskräftigen Ablehnung und dem Ausschöpfen aller Rechtsmittel. Wenn du Berufung beim Refugee Appeal Division (RAD) einlegst, läuft der Schutz während des Verfahrens in der Regel weiter. Wird auch die Berufung abgelehnt, endet er. Bleibst du dann noch in Kanada, musst du eine private Versicherung oder einen anderen rechtlichen Status arrangieren.
Wie finde ich IFHP-registrierte Anbieter?
Nutze das Anbietersuche-Tool auf medaviebc.ca. Du kannst nach Region, Fachrichtung (Allgemeinarzt, Zahnarzt, Optiker, Psychologin) und Sprache filtern. Alternativ fragen Hilfsorganisationen für Geflüchtete in deiner Stadt oft Listen der lokalen IFHP-Anbieter nach.
Ist IFHP dasselbe wie Provinzversicherung?
Nein. Es sind völlig getrennte Systeme. Provinzpläne wie OHIP (Ontario) oder BC MSP (British Columbia) werden von Provinzregierungen betrieben und decken Permanent Residents, Staatsbürger und bestimmte Visainhaber ab. Das IFHP ist ein Bundesprogram für Menschen im Asyl- und humanitären Schutzsystem. In den meisten Fällen nutzt du das IFHP, bis du in einen Provinzplan wechselst — danach ergänzt IFHP Typ 2 die Lücken des Provinzplans.
IFHP auf einen Blick
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Verwaltung | IRCC (Bund) via Medavie Blue Cross |
| Kosten für Berechtigte | Kostenlos (keine Beiträge, keine Selbstbeteiligung) |
| Anspruchsberechtigt | Geflüchtete, Asylsuchende, GARs, BVORs, bestimmte IRCC-Gruppen |
| Reguläre Studierende berechtigt | Nein (außer bei Asylantrag) |
| Leistungstypen | Typ 1 (Vollschutz), Typ 2 (Ergänzung), Typ 3 (nur Medikamente) |
| Zahnarzt abgedeckt | Ja |
| Sehhilfen abgedeckt | Ja |
| Psychische Gesundheit abgedeckt | Ja (begrenzte Sitzungen) |
| Vorerkrankungen | Abgedeckt |
| Zugang | IFHP-Karte über Medavie Blue Cross; registrierte Anbieter aufsuchen |
| Anbieter finden | Anbietersuche auf medaviebc.ca |
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