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Health Insurance

Franchise Schweiz: CHF 300 vs. CHF 2.500 — Welche Franchise sollten Studierende wählen?

Franchise Schweiz erklärt: CHF 300 vs. CHF 2.500 Selbstbehalt. Break-even bei CHF 1.800 Arztkosten. Studierende sparen CHF 1.200–1.560/Jahr mit der richtigen Wahl.

Student Insurance Team
· · 12 min
Schweizer Alpenlandschaft mit See — Klarheit für die Franchise-Entscheidung

Franchise: Der größte Kostenhebel in der Schweizer Krankenversicherung

Die Franchise ist der wichtigste Faktor, den du bei der Schweizer Krankenversicherung selbst bestimmst. Der Wechsel von CHF 300 auf CHF 2.500 spart CHF 100–130 pro Monat — das sind CHF 1.200–1.560 im Jahr. Für gesunde Studierende, die ein- bis zweimal pro Jahr zum Arzt gehen, gewinnt die hohe Franchise fast immer. Für Studierende mit chronischen Erkrankungen oder regelmäßigen Medikamenten ist die niedrige Franchise günstiger. Der Break-even liegt bei rund CHF 1.800 jährlichen Arztkosten.

Dieser Guide führt dich durch die Rechnung, die Regeln und die Sonderfälle. Falls du neu im Schweizer Gesundheitssystem bist, lies zuerst unseren kompletten Schweiz-KVG-Guide — dort geht es um Anbieter, Prämienverbilligung und den Anmeldeprozess. Dieser Artikel ist der Tiefen-Guide zur Franchise-Entscheidung.


Was ist die Franchise?

Die Franchise (Franchise — der Jahresbetrag, den du selbst zahlst, bevor die Krankenkasse übernimmt) ist dein jährlicher Selbstbehalt. Jede KVG-versicherte Person in der Schweiz hat eine Franchise. Sie wird jedes Jahr am 1. Januar zurückgesetzt.

So fließen die Kosten in einem Jahr:

  1. Du zahlst 100 % deiner Arztkosten, bis du deine Franchise erreicht hast.
  2. Du zahlst 10 % aller Kosten über der Franchise (das ist der Selbstbehalt — die Kostenbeteiligung). Der Selbstbehalt ist für Erwachsene auf CHF 700 pro Jahr gedeckelt.
  3. Die Versicherung zahlt 100 % von allem, was über Franchise + Selbstbehalt-Deckel hinausgeht.

Dein maximaler Eigenanteil pro Jahr (ohne Prämien) ist also:

Franchise + CHF 700 = dein jährliches Risiko-Maximum

Mit CHF 300 Franchise: maximal CHF 1.000 Eigenanteil. Mit CHF 2.500 Franchise: maximal CHF 3.200 Eigenanteil.

Die Franchise gilt für Arztbesuche, Facharzttermine, Rezepte, Laboruntersuchungen, Bildgebung, Krankenhausaufenthalte und die meisten anderen KVG-gedeckten Behandlungen.


Franchise-Stufen für Erwachsene

Die Schweiz bietet sechs Franchise-Stufen für Erwachsene (ab 19 Jahre). Nicht jeder Versicherer bietet alle Stufen an — aber die beiden Extreme (CHF 300 und CHF 2.500) gibt es überall.

Franchise-StufeCa. Monatsprämie (Zürich, 22 Jahre)Ca. monatliche Ersparnis vs. CHF 300Max. Eigenanteil/Jahr
CHF 300CHF 380–420BasisCHF 1.000
CHF 500CHF 365–405CHF 10–20CHF 1.200
CHF 1.000CHF 340–380CHF 35–50CHF 1.700
CHF 1.500CHF 315–355CHF 55–75CHF 2.200
CHF 2.000CHF 295–335CHF 80–100CHF 2.700
CHF 2.500CHF 260–300CHF 100–130CHF 3.200

Prämien variieren nach Kanton, Versicherer, Alter und Versicherungsmodell (Standard, Hausarzt, Telmed, HMO). Die Tabelle zeigt Zürich als Referenz — einer der teureren Kantone. In günstigeren Kantonen wie Appenzell oder Zug sind alle Prämien niedriger, aber die relativen Ersparnisse zwischen den Franchise-Stufen bleiben ähnlich.

Warum mittlere Franchisen ein schlechtes Geschäft sind

Versicherungsmathematiker haben gezeigt, dass es kein Szenario gibt, in dem mittlere Franchisen (CHF 500–2.000) die optimale Wahl sind. Der Prämienrabatt pro zusätzlichem Franken Franchise ist im mittleren Bereich proportional kleiner. Du sparst entweder zu wenig an Prämien, um das höhere Risiko zu rechtfertigen — oder du trägst genug Risiko, dass du gleich ganz auf CHF 2.500 gehen kannst.

Die praktische Empfehlung: Wähle CHF 300 oder CHF 2.500. Nichts dazwischen.


Die Break-even-Rechnung: Echte Zahlen

Diese Rechnung sollte jeder Studierende vor der Wahl durchführen. Wir verwenden ein Zürich-Beispiel mit einer 22-jährigen Person im Telmed-Modell.

Szenario: CHF 300 vs. CHF 2.500 Franchise

CHF 300 FranchiseCHF 2.500 Franchise
MonatsprämieCHF 380CHF 250
Jahresprämie (× 12)CHF 4.560CHF 3.000
Prämienersparnis pro JahrCHF 1.560

Jetzt addieren wir, was du tatsächlich zahlst, wenn du krank wirst:

Bei CHF 0 Arztkosten (kein Arztbesuch)

CHF 300CHF 2.500
PrämieCHF 4.560CHF 3.000
EigenanteilCHF 0CHF 0
GesamtkostenCHF 4.560CHF 3.000
GewinnerCHF 2.500 spart CHF 1.560

Bei CHF 500 Arztkosten (ein Hausarztbesuch + Labor)

CHF 300CHF 2.500
PrämieCHF 4.560CHF 3.000
Franchise-AnteilCHF 300CHF 500
Selbstbehalt (10 % von CHF 200 über Franchise)CHF 20CHF 0
GesamtkostenCHF 4.880CHF 3.500
GewinnerCHF 2.500 spart CHF 1.380

Bei CHF 1.500 Arztkosten (mehrere Besuche + Medikamente)

CHF 300CHF 2.500
PrämieCHF 4.560CHF 3.000
Franchise-AnteilCHF 300CHF 1.500
Selbstbehalt (10 % vom Rest)CHF 120CHF 0
GesamtkostenCHF 4.980CHF 4.500
GewinnerCHF 2.500 spart CHF 480

Bei CHF 2.000 Arztkosten (moderates Gesundheitsjahr)

CHF 300CHF 2.500
PrämieCHF 4.560CHF 3.000
Franchise-AnteilCHF 300CHF 2.000
SelbstbehaltCHF 170CHF 0
GesamtkostenCHF 5.030CHF 5.000
GewinnerEtwa gleich — CHF 2.500 spart CHF 30

Bei CHF 5.000 Arztkosten (OP oder chronische Erkrankung)

CHF 300CHF 2.500
PrämieCHF 4.560CHF 3.000
Franchise-AnteilCHF 300CHF 2.500
SelbstbehaltCHF 470CHF 250
GesamtkostenCHF 5.330CHF 5.750
GewinnerCHF 300 spart CHF 420

Bei CHF 10.000+ Arztkosten (Krankenhausaufenthalt)

CHF 300CHF 2.500
PrämieCHF 4.560CHF 3.000
Franchise-AnteilCHF 300CHF 2.500
Selbstbehalt (gedeckelt bei CHF 700)CHF 700CHF 700
GesamtkostenCHF 5.560CHF 6.200
GewinnerCHF 300 spart CHF 640

Der Break-even-Punkt

Beide Optionen kosten gleich viel, wenn deine jährlichen Arztkosten bei etwa CHF 1.800–2.000 liegen. Darunter gewinnt CHF 2.500. Darüber gewinnt CHF 300.

Ein gesunder 22-jähriger Studierender hat durchschnittliche Arztkosten von deutlich unter CHF 500. Die meisten jungen Erwachsenen gehen 1–2 Mal pro Jahr zum Arzt.


Wann CHF 2.500 (hohe Franchise) die richtige Wahl ist

Die hohe Franchise ist für die Mehrheit der Studierenden die bessere Wahl. Wähle CHF 2.500, wenn:

  • Du 18–30 und grundsätzlich gesund bist. Junge Erwachsene haben die niedrigste Gesundheitsversorgungsnutzung in der Schweiz. Die Wahrscheinlichkeit, dass du umfangreiche medizinische Versorgung brauchst, ist gering.
  • Du 0–2 Mal pro Jahr zum Arzt gehst. Ein normaler Hausarztbesuch kostet CHF 150–250. Zwei Besuche pro Jahr bedeuten CHF 300–500 an Kosten — weit unter dem Break-even.
  • Du keine regelmäßigen Medikamente nimmst. Wenn deine einzigen Apothekenausgaben gelegentliche Schmerzmittel oder Erkältungsmedizin sind, kommst du nicht über den Break-even.
  • Du den monatlichen Cashflow maximieren willst. Als Studierender zählt jeder Franken. CHF 100–130 weniger pro Monat sind CHF 1.200–1.560 im Jahr — genug für 3–4 Monate Lebensmitteleinkäufe.
  • Du einen Notfall finanziell verkraften kannst. Wenn du bei einem Unfall oder einer plötzlichen Krankheit CHF 2.500 + CHF 700 = CHF 3.200 aus deinen Ersparnissen zahlen könntest, ist die hohe Franchise eine rationale Wette.

Das Risiko, das du eingehst: In einem Pech-Jahr (gebrochener Knochen, Blinddarm-OP, unerwartete Krankheit) zahlst du bis zu CHF 3.200 aus eigener Tasche. Aber die Prämienersparnis von CHF 1.560 pro Jahr bedeutet, dass selbst ein schlechtes Jahr alle 2–3 Jahre die hohe Franchise langfristig günstiger macht.

Stell es dir als Selbstversicherung vor. Du wettest, dass deine Arztkosten unter CHF 1.800 pro Jahr bleiben. Für gesunde Studierende geht diese Wette in 9 von 10 Jahren auf.


Wann CHF 300 (niedrige Franchise) die richtige Wahl ist

Die niedrige Franchise lohnt sich, wenn du weißt, dass du regelmäßig medizinische Versorgung brauchst. Wähle CHF 300, wenn:

  • Du eine chronische Erkrankung hast. Diabetes, Asthma, Epilepsie, Autoimmunerkrankungen — wenn du regelmäßig Fachärzte siehst und täglich Medikamente nimmst, übersteigen deine Jahreskosten fast sicher CHF 2.000. CHF 300 ist günstiger.
  • Du schwanger bist oder eine Schwangerschaft planst. Mutterschaftsleistungen selbst sind ab der 13. Schwangerschaftswoche von der Franchise befreit. Aber alle Versorgung vor Woche 13 (einschließlich des ersten Arztbesuchs, früher Ultraschalls und Blutuntersuchungen) läuft über deine Franchise. Wenn du eine Schwangerschaft planst, wechsle vor dem 31. Dezember des Vorjahres auf CHF 300.
  • Du regelmäßig verschreibungspflichtige Medikamente nimmst. Medikamente für ADHS, Depressionen, Schilddrüsenerkrankungen oder die Antibabypille (falls nicht unter Mutterschafts-Ausnahmen) summieren sich. Rechne deine jährlichen Apothekenkosten aus. Wenn sie CHF 1.000 übersteigen, wird die niedrige Franchise sinnvoll.
  • Du einen geplanten Eingriff vor dir hast. Weisheitszahn-OP unter Narkose, eine geplante Operation oder kieferorthopädische Behandlung — wenn eine große Ausgabe ansteht, sichere dir CHF 300.
  • Du einen CHF-3.200-Schock nicht verkraften kannst. Wenn dein Notgroschen dünn ist, kann die Sicherheit eines maximalen Eigenanteils von CHF 1.000 die höhere Prämie wert sein.

Wofür die Franchise NICHT gilt

Mehrere Leistungskategorien sind komplett von der Franchise befreit. Du zahlst nichts aus eigener Tasche (außer Prämien) für:

Befreite LeistungDetails
Mutterschaftsleistungen (ab Woche 13)Alle Vorsorgeuntersuchungen, Ultraschall, Entbindung, Nachsorge — keine Franchise, kein Selbstbehalt
Bestimmte VorsorgeuntersuchungenMammographie (in manchen Kantonen), Kinderimpfungen, bestimmte Krebsvorsorge auf der Bundesliste
Allgemeine PräventionsuntersuchungenAchtjährliche Gesundheitsuntersuchung (Vorsorgeuntersuchung) für bestimmte Altersgruppen gemäß KVG

Wichtig: Die Mutterschaftsbefreiung beginnt erst ab der 13. Schwangerschaftswoche. Alle Behandlungen in den Wochen 1–12 (Schwangerschaftsbestätigung, frühe Blutuntersuchungen, Datierungs-Ultraschall) zählen zur Franchise.

Unfallversicherung: Eine separate Ebene

Wenn du 8+ Stunden pro Woche bei einem einzelnen Arbeitgeber arbeitest, muss dein Arbeitgeber eine Unfallversicherung (UVG — Unfallversicherungsgesetz) abschließen. Die UVG deckt alle unfallbedingten Kosten ab dem ersten Franken — keine Franchise, kein Selbstbehalt. Das umfasst Sportverletzungen, Stürze, Verkehrsunfälle und jede andere nicht krankheitsbedingte Behandlung.

In dem Fall kannst du die Unfalldeckung aus deiner KVG-Police ausschließen (Unfallausschluss), was deine Prämie um weitere 3–7 % senkt.

Wenn du nicht arbeitest (oder weniger als 8 Stunden/Woche), bleibt die Unfalldeckung in deiner KVG-Police und folgt den gleichen Franchise-Regeln wie bei Krankheiten.

Für Studierende mit einem Nebenjob ab 8 Stunden: Schließe die Unfalldeckung aus der KVG aus. Die UVG deines Arbeitgebers übernimmt Unfälle franchisefrei. Deine KVG-Franchise gilt nur noch für Krankheiten.


Wie du deine Franchise änderst

Du kannst deine Franchise einmal pro Jahr ändern, jeweils zum 1. Januar des Folgejahres. Die Fristen sind:

ÄnderungsrichtungFrist
Franchise erhöhen (z. B. CHF 300 → CHF 2.500)31. Dezember
Franchise senken (z. B. CHF 2.500 → CHF 300)30. November

Schritt für Schritt

  1. Entscheide dich im Oktober–November. Überprüfe deine Arztkosten des laufenden Jahres und deine Gesundheitsaussichten für nächstes Jahr.
  2. Informiere deinen Versicherer schriftlich. Die meisten Versicherer akzeptieren Änderungen per App, Online-Portal oder einfache E-Mail. Manche verlangen ein unterschriebenes Schreiben.
  3. Bestätige die neue Prämie. Dein Versicherer schickt dir eine aktualisierte Prämienrechnung fürs kommende Jahr. Überprüfe den neuen Monatsbetrag.

Wichtige Regeln

  • Du kannst deine Franchise nicht mitten im Jahr ändern. Sie ist vom 1. Januar bis 31. Dezember festgeschrieben.
  • Wenn du gleichzeitig den Versicherer wechselst (Frist: 30. November), wählst du die Franchise als Teil des neuen Antrags.
  • Wenn du zum ersten Mal in die Schweiz ziehst, wählst du deine Franchise bei der Erstanmeldung. Du bist nicht für immer an deine erste Wahl gebunden — du kannst sie im Folgejahr ändern.
  • Es gibt keine Strafe für Änderungen. Keine Zusatzgebühren, keine Wartezeiten, keine Gesundheitsprüfungen.

Tipp: Kalendererinnerung setzen

Trage „Franchise prüfen” am 15. Oktober in deinen Kalender ein. So hast du genug Zeit, deine Gesundheitskosten zu bewerten und eine Änderung vor dem 30. November einzureichen. Viele Studierende wählen CHF 2.500 bei der Ankunft und vergessen es dann — was in Ordnung ist, solange sie gesund bleiben, aber teuer wird, wenn sich die Situation ändert.


Franchise für Kinder (unter 18)

Falls du Kinder hast, die in der Schweizer Krankenversicherung sind, gelten andere Franchise-Stufen:

KinderfranchiseDetails
StufenCHF 0, 100, 200, 300, 400, 500, 600
StandardCHF 0 (kein Selbstbehalt)
Selbstbehalt-DeckelCHF 350/Jahr (vs. CHF 700 für Erwachsene)
Familien-DeckelKombinierte Kinderfranchise-Kosten auf CHF 1.000/Jahr gedeckelt über alle Kinder

Empfehlung: Für Kinder ist CHF 0 Franchise fast immer die beste Wahl. Der Prämienunterschied zwischen CHF 0 und CHF 600 für Kinder ist gering — oft weniger als CHF 10/Monat. Ein krankes Kind mit einem einzigen Arztbesuch macht die Ersparnis zunichte. Kinder werden häufiger krank als Erwachsene. Lass ihre Franchise bei null.


Der Selbstbehalt: Was du nach der Franchise zahlst

Nachdem du deine volle Franchise für das Jahr bezahlt hast, übernimmt die Versicherung nicht 100 % der verbleibenden Kosten. Du zahlst weiterhin 10 % Kostenbeteiligung (Selbstbehalt) auf alle weiteren Kosten. Dieser ist auf CHF 700 pro Jahr für Erwachsene und CHF 350 für Kinder gedeckelt.

So funktioniert es in der Praxis

Angenommen, du hast CHF 2.500 Franchise und CHF 8.000 Arztkosten in diesem Jahr:

  1. Du zahlst CHF 2.500 (deine Franchise) → abgedeckt
  2. Verbleibende Kosten: CHF 5.500
  3. Du zahlst 10 % von CHF 5.500 = CHF 550 (Selbstbehalt)
  4. Die Versicherung zahlt die restlichen 90 % = CHF 4.950
  5. Dein Eigenanteil total: CHF 2.500 + CHF 550 = CHF 3.050

Bei CHF 15.000 Kosten:

  1. Du zahlst CHF 2.500 (Franchise)
  2. Rest: CHF 12.500
  3. 10 % von CHF 12.500 = CHF 1.250 — aber gedeckelt bei CHF 700
  4. Du zahlst CHF 700 (Selbstbehalt-Deckel)
  5. Die Versicherung zahlt CHF 11.800
  6. Dein Eigenanteil total: CHF 2.500 + CHF 700 = CHF 3.200 (das absolute Maximum)

Krankenhausaufenthalt: Zusätzlicher Tagesbeitrag

Wenn du stationär behandelt wirst, zahlst du zusätzlich CHF 15 pro Tag auf Franchise und Selbstbehalt drauf. Dieser Spitalkostenbeitrag wird nicht auf den CHF-700-Deckel angerechnet. Er gilt nur für Erwachsene — Kinder sind befreit.


Echte Studierenden-Szenarien

Szenario 1: Maria, 23, gesunde Austauschstudentin in Zürich

Maria geht einmal wegen einer Erkältung zum Arzt (CHF 180). Sie kauft ein Rezeptmedikament (CHF 40). Arztkosten gesamt: CHF 220.

CHF 300 FranchiseCHF 2.500 Franchise
Prämie (Telmed, 12 Monate)CHF 4.440CHF 2.940
EigenanteilCHF 220CHF 220
GesamtCHF 4.660CHF 3.160
Ersparnis mit CHF 2.500CHF 1.500

Maria spart CHF 1.500 mit der hohen Franchise. Das reicht für 5 Monate Lebensmitteleinkäufe.

Szenario 2: Luca, 24, Masterstudent mit Asthma in Bern

Luca geht vierteljährlich zum Lungenfacharzt (4 × CHF 200 = CHF 800). Er nimmt tägliche Medikamente (CHF 60/Monat = CHF 720/Jahr). Jährliches Blutbild: CHF 250. Arztkosten gesamt: CHF 1.770.

CHF 300 FranchiseCHF 2.500 Franchise
Prämie (Hausarzt, 12 Monate)CHF 4.200CHF 2.760
Franchise-Anteil gezahltCHF 300CHF 1.770
Selbstbehalt (10 % vom Rest)CHF 147CHF 0
GesamtCHF 4.647CHF 4.530
GewinnerCHF 2.500 noch CHF 117 günstiger

Selbst mit regelmäßigen Facharztterminen und Medikamenten liegen Lucas Kosten von CHF 1.770 noch unter dem Break-even. Die hohe Franchise gewinnt knapp. Aber wenn Luca eine zusätzliche Behandlung braucht — einen Notfallbesuch, eine Untersuchung — kippen die Kosten über CHF 2.000 und die niedrige Franchise wird günstiger.

In Lucas Situation ist CHF 300 die sicherere Wahl. Die Marge ist dünn, und ein schlechter Monat dreht die Rechnung um.

Szenario 3: Yuki, 26, Doktorandin mit geplanter Knie-OP in Basel

Yuki braucht eine arthroskopische Knie-Operation (geschätzt CHF 8.000). Dazu kommen Physiotherapie (10 Sitzungen × CHF 120 = CHF 1.200) und Nachkontrollen (CHF 500). Arztkosten gesamt: CHF 9.700.

CHF 300 FranchiseCHF 2.500 Franchise
Prämie (Standard, 12 Monate)CHF 5.280CHF 3.720
FranchiseCHF 300CHF 2.500
SelbstbehaltCHF 700 (gedeckelt)CHF 700 (gedeckelt)
GesamtCHF 6.280CHF 6.920
Ersparnis mit CHF 300CHF 640

Bei einem großen Eingriff spart die niedrige Franchise Geld. Yuki hätte vor dem 1. Januar des OP-Jahres auf CHF 300 wechseln sollen.


Der Entscheidungs-Fahrplan

Stelle dir diese Fragen der Reihe nach:

1. Hast du eine chronische Erkrankung oder nimmst du täglich Medikamente? → Ja: Wähle CHF 300. → Nein: Weiter zu Frage 2.

2. Planst du dieses Jahr einen medizinischen Eingriff? → Ja: Wähle CHF 300. → Nein: Weiter zu Frage 3.

3. Bist du schwanger oder planst du eine Schwangerschaft? → Ja: Wähle CHF 300 (Versorgung in der Frühschwangerschaft zählt zur Franchise). → Nein: Weiter zu Frage 4.

4. Kannst du einen Notfall von CHF 3.200 finanziell verkraften? → Nein: Wähle CHF 300 für deine Sicherheit. → Ja: Wähle CHF 2.500. Du sparst CHF 1.200–1.560 pro Jahr.

Die meisten gesunden Studierenden landen bei CHF 2.500. Das ist die richtige Antwort für etwa 70–80 % aller jungen Erwachsenen.


Franchise mit anderen Spartipps kombinieren

Die Franchise ist nicht dein einziger Kostenhebel. Kombiniere sie mit anderen Strategien für maximale Ersparnis:

StrategieErsparnisDetails
CHF 2.500 FranchiseCHF 1.200–1.560/Jahrvs. CHF 300 Franchise
Telmed- oder HMO-Modell15–25 % der PrämieErst Hotline anrufen oder Gesundheitszentrum nutzen
PrämienverbilligungCHF 1.200–4.200/JahrPrämiensubvention für einkommensschwache Einwohner — siehe unseren Guide
Günstigster Anbieter für deinen KantonCHF 240–960/JahrVergleiche auf Priminfo (priminfo.admin.ch)
Unfallausschluss (bei 8+ Stunden Arbeit)3–7 % der PrämieArbeitgeber-UVG übernimmt Unfälle

Kombiniertes Beispiel (Zürich, 22 Jahre):

KomponenteOhne OptimierungVoll optimiert
FranchiseCHF 300CHF 2.500
ModellStandardTelmed
AnbieterMittelklasseGünstigster im Kanton
MonatsprämieCHF 420CHF 220
PrämienverbilligungCHF 0−CHF 100
Netto-MonatskostenCHF 420CHF 120

Von CHF 420/Monat auf CHF 120/Monat — gleiche KVG-Leistungen, gleiche Spitalzulassung. Der Unterschied: CHF 3.600 pro Jahr.


Häufig gestellte Fragen

Was ist die Franchise in der Schweizer Krankenversicherung?

Die Franchise ist dein jährlicher Selbstbehalt — der Betrag, den du aus eigener Tasche für Arztkosten zahlst, bevor deine Versicherung einspringt. Erwachsene können zwischen CHF 300, 500, 1.000, 1.500, 2.000 oder 2.500 pro Jahr wählen. Eine höhere Franchise bedeutet niedrigere Monatsprämien, aber mehr Eigenrisiko. Die Franchise wird jeden 1. Januar zurückgesetzt.

Welche Franchise sollten gesunde Studierende wählen?

CHF 2.500. Ein gesunder Studierender zwischen 18 und 30, der ein- bis zweimal pro Jahr zum Arzt geht, spart jährlich CHF 1.200–1.560 mit der höchsten Franchise. Der Break-even liegt bei rund CHF 1.800 jährlichen Arztkosten. Die meisten jungen Erwachsenen geben weit unter CHF 500 pro Jahr für Gesundheitsversorgung aus.

Was ist der Selbstbehalt und wie funktioniert er mit der Franchise?

Der Selbstbehalt ist die 10-%-Kostenbeteiligung, die du auf Arztkosten nach Ausschöpfung der Franchise zahlst. Er ist auf CHF 700 pro Jahr für Erwachsene und CHF 350 für Kinder gedeckelt. Dein maximaler Jahres-Eigenanteil ist Franchise + CHF 700. Bei CHF 2.500 Franchise beträgt das Maximum CHF 3.200. Bei CHF 300 Franchise sind es CHF 1.000.

Kann ich die Franchise während des Jahres ändern?

Nein. Franchise-Änderungen werden nur zum 1. Januar wirksam. Um die Franchise zu erhöhen, musst du deinen Versicherer bis zum 31. Dezember informieren. Um sie zu senken, ist die Frist der 30. November. Du kannst nicht mitten im Jahr wechseln, auch wenn sich deine Gesundheitssituation ändert. Setze eine Kalendererinnerung für Oktober, um deine Franchise jährlich zu überprüfen.

Gilt die Franchise für Mutterschaftsleistungen?

Nicht nach der 13. Schwangerschaftswoche. Ab Woche 13 sind alle Vorsorgeuntersuchungen, Ultraschall, Entbindung und Nachsorge von Franchise und Selbstbehalt befreit. Allerdings zählt die Versorgung in den Wochen 1–12 (erster Arztbesuch, frühe Blutuntersuchungen, Datierungs-Ultraschall) zur Franchise.

Welche Franchise-Stufen gibt es für Kinder?

Kinder (unter 18) können zwischen CHF 0, 100, 200, 300, 400, 500 oder 600 wählen. Standard ist CHF 0. Der Selbstbehalt für Kinder ist auf CHF 350/Jahr gedeckelt. Der Familiendeckel für die kombinierten Kinderfranchise-Kosten beträgt CHF 1.000/Jahr. Für die meisten Familien ist CHF 0 die beste Wahl — die Prämienersparnis bei höheren Kinderfranchisen ist minimal.

Gilt die Franchise bei Unfällen?

Das kommt darauf an. Wenn du 8+ Stunden pro Woche bei einem einzelnen Arbeitgeber arbeitest, übernimmt die UVG (Unfallversicherung) deines Arbeitgebers alle Unfallkosten ohne Franchise oder Selbstbehalt. Du kannst die Unfalldeckung aus deiner KVG-Police ausschließen und 3–7 % Prämie sparen. Wenn du nicht arbeitest (oder weniger als 8 Stunden), werden Unfälle über deine KVG-Police abgedeckt und deine Franchise gilt.

Ist CHF 500 Franchise ein guter Kompromiss?

Nein. Mittlere Franchisen (CHF 500–2.000) sind mathematisch unterlegen. Die Prämienersparnis pro zusätzlichem Franken Franchise ist proportional kleiner als bei den Extremen. Fachleute empfehlen entweder CHF 300 (bei erwarteter häufiger Versorgung) oder CHF 2.500 (bei guter Gesundheit). Es gibt kein realistisches Arztkosten-Szenario, in dem eine mittlere Franchise die günstigste Option ist.

Was passiert bei einem Notfall mit CHF 2.500 Franchise?

Du zahlst bis zu CHF 3.200 Eigenanteil (CHF 2.500 Franchise + CHF 700 Selbstbehalt). Aber du zahlst das nicht auf einmal. Schweizer Krankenhäuser und Ärzte stellen dir nach der Behandlung eine Rechnung — du bekommst Rechnungen, die du in Raten zahlen kannst. Manche Versicherer bieten ein „Tiers-payant”-System an, bei dem sie den Leistungserbringer direkt bezahlen und dir deinen Anteil in Rechnung stellen. Kontaktiere deinen Versicherer, wenn du nicht sofort zahlen kannst.

Wie finde ich heraus, welche Franchise ich aktuell habe?

Schau in deine Versicherungspolice, die App deines Versicherers oder deine letzte Prämienrechnung. Die Franchise-Stufe steht immer auf diesen Dokumenten. Wenn du unsicher bist, ruf beim Kundendienst deines Versicherers an. Du kannst dich auch im Priminfo-Portal einloggen, um deine registrierten Versicherungsdetails einzusehen.


Weiterführende Artikel


Die richtige Franchise-Wahl treffen

Die Franchise-Entscheidung ist einfach, wenn du die Rechnung machst. Gesunde Studierende sparen CHF 1.200–1.560 pro Jahr mit CHF 2.500. Studierende mit laufenden Arztkosten sparen Hunderte mit CHF 300. In jedem Fall: Vermeide die mittleren Franchisen — sie helfen niemandem.

Kombiniere deine Franchise-Wahl mit einem Telmed-Modell, dem günstigsten Anbieter in deinem Kanton und der Prämienverbilligung, um deine monatlichen Gesamtkosten auf CHF 80–150 zu drücken. Schweizer Krankenversicherung ist teuer, aber sie muss nicht dein Budget sprengen.

Bereit, Krankenversicherungsoptionen zu vergleichen? Starte mit unserem kompletten Schweiz-KVG-Guide oder vergleiche Versicherungspläne für dein Studienland.

Geschrieben von

Student Insurance Team

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